Methoden
Im Folgenden finden Sie eine kurze Beschreibung der Methoden, die - je nach Fragestellung - in meiner Beratung zum Einsatz kommen können:
Akzeptanz-Commitment-Therapie (ACT)
Die Akzeptanz-Commitment-Therapie (ACT) wird als eine moderne Weiterentwicklung der kognitiven Verhaltenstherapie verstanden.
Menschen erleben emotionalen Schmerz nicht einfach nur, oft kämpfen sie mit dem Erleben und tun alles Mögliche, um schwierige Gefühle, quälende Gedanken, belastende Erinnerungen, beängstigende körperliche Empfindungen zu kontrollieren und zu beseitigen. Diese Vermeidungsprozesse können wesentlich dazu beitragen, dass sich normaler Schmerz in klinisches Leiden verwandeln kann.
Die ACT vertritt die Ansicht, dass nicht die Probleme oder Symptome an sich das eigentliche Problem darstellen, sondern der unflexible Umgang damit. Psychische Flexibilität wird in der ACT als Voraussetzung für psychische Gesundheit und ein gutes Leben erachtet.
Ziel dieses Therapieansatzes ist es, Menschen dabei zu unterstützen ihren unproduktiven Kampf mit dem eigenen Erleben zu beenden und ihre Energie stattdessen auf das Ausleben persönlicher Werte und Lebensziele zu richten sowie emotionalen Problemen mit Achtsamkeit und Mitgefühl zu begegnen (vgl. Eifert, 2022).
Tiergestützte Interventionen
Tiergestützte Interventionen sind therapeutische Methoden, bei der Tiere wie Hunde, Pferde etc. gezielt in den Behandlungs- und Beratungsprozess einbezogen werden. Die Tiere dienen dabei als Unterstützung, um das emotionale, soziale und körperliche Wohlbefinden von KlientInnen zu fördern. Diese therapeutische Intervention kann eingesetzt werden, um beispielsweise Stress zu reduzieren, das Selbstbewusstsein zu stärken oder die Motivation für Übungen zu erhöhen. Zudem kann der Kontakt mit Tieren positive Effekte auf den Körper haben, indem er den Blutdruck und die Herzfrequenz senkt, das Immunsystem stärkt und die körperliche Aktivität fördert.
Ein Therapiehund kann besonders in der Arbeit mit Jugendlichen eine wichtige Rolle spielen, indem er Ängste und Spannungen reduziert, sei es durch körperlichen Kontakt oder einfaches Beobachten. Der Hund erleichtert es den Jugendlichen, schneller Vertrauen zu fassen und sich auf die Beratung einzulassen, während sie neue Verhaltensweisen ausprobieren. Zudem dient er als zusätzliche Bezugsperson, hilft Einsamkeit und Isolation zu überwinden und fördert die soziale Zusammenarbeit.
Positive Psychologie
Die Positive Psychologie ist ein Forschungsfeld innerhalb der Psychologie, das sich darauf konzentriert die positiven Aspekte des menschlichen Lebens zu untersuchen. Statt sich nur mit psychischen Krankheiten oder Problemen zu befassen, geht es in der Positiven Psychologie darum, herauszufinden, was das Wohlbefinden steigert und ein erfülltes Leben ermöglicht. Wichtige Themen sind Glück, Dankbarkeit, Optimismus, Resilienz und positive zwischenmenschliche Beziehungen.
Ziel der Positiven Psychologie ist es, Menschen zu helfen, ihre persönlichen Stärken zu erkennen und zu nutzen, um ihre Lebenszufriedenheit zu steigern. Sie erforscht, wie Menschen in verschiedenen Lebensbereichen – etwa in der Arbeit, in der Schule oder im privaten Umfeld – aufblühen können. Durch die Förderung von positiven Emotionen und den Fokus auf das, was gut läuft, trägt die Positive Psychologie dazu bei, dass Menschen ein sinnvolles, zufriedenes und erfülltes Leben führen.
Embodiment
Embodiment bezieht sich auf das Konzept, dass Körper und Geist eng miteinander verbunden sind und sich gegenseitig beeinflussen.
In akuten Stresssituationen reagiert der Körper auf psychische Belastungen, z.B. steigt die Herzfrequenz, die Muskeln ziehen sich zusammen. Erstaunlicherweise gibt es aber auch umgekehrte Wechselwirkungen, d.h. die Psyche reagiert auf Körperbewegungen, die Haltung verändert die Stimmung oder das Gehen nimmt Einfluss auf die Außenwahrnehmung. Diese Wechselwirkung wird mit dem Begriff Embodiment umschrieben. Einerseits werden psychische Zustände in Form körperlicher Ausdrucksformen sichtbar (z.B. Mimik, Gestik, Körperhaltung), aber auch andersherum beeinflussen Körperzustände, -haltungen und -bewegungen unser Denken und Fühlen (Mommert-Jauch, 2022).
Diese Wechselwirkung wird im letzten Jahrzehnt zunehmend wissenschaftlich bestätigt und hat zur Folge, dass spezielle, fokussierte körperliche Interventionen inzwischen effektive Therapieansätze bei psychosomatischen Beschwerdebildern sind (Stubbs & Rosenbaum, 2018, zitiert nach Mommert-Jauch, 2022, S. 2).
Yoga Nidra
Yoga Nidra, auch als „yogischer Schlaf“ bekannt, ist eine Entspannungstechnik, die den Körper in einen Zustand zwischen Wachsein und Schlaf versetzt. In diesem Zustand ist der Körper tief entspannt und der Geist bleibt wach und aufnahmebereit. Dieser Zustand, ähnlich dem hypnagogischen Zustand, kann zu lebhaften, oft traumähnlichen Vorstellungen führen (vgl. Saraswati, 2023). Während einer Yoga Nidra-Sitzung liegt man bequem und wird durch eine geführte Meditation geleitet, die Körper und Geist in tiefe Entspannung bringt. Diese zielt darauf ab, Stress abzubauen, das Bewusstsein zu erweitern und das Nervensystem zu beruhigen.
Für Yoga Nidra sind keine Vorkenntnisse im Yoga erforderlich. Diese Technik ist für jede Person geeignet und kann von jedem, unabhängig von der Erfahrung mit Yoga, durchgeführt werden.
Yin Yoga
Yin Yoga ist eine sanfte und entspannende Form des Yoga, bei der die Positionen (Asanas) über längere Zeit, oft mehrere Minuten, gehalten werden. Im Gegensatz zu dynamischeren Yoga-Stilen zielt Yin Yoga darauf ab, tief in das Bindegewebe, die Faszien und die Gelenke vorzudringen. Dadurch werden Flexibilität und Gelenkbeweglichkeit gefördert sowie Spannungen gelöst.
Dieser Yoga-Stil wird oft als meditativ beschrieben und hilft, sowohl den Körper als auch den Geist zu entspannen. Durch das lange Halten der Asanas und das bewusste Atmen wird die Achtsamkeit gefördert und das Nervensystem beruhigt. Ziel ist es, in den Positionen zu entspannen, den Atem frei fließen zu lassen und innere Balance zu finden.
Yin Yoga ist besonders gut geeignet, um eine tiefe Selbstwahrnehmung sowie Entspannung zu erleben.
Weitere Informationen finden Sie auf der Website von Yoga-Vidya: Yin Yoga.
Yoga und Psychologie
Yoga hat sich in den letzten Jahren als wirkungsvoller Interventionsansatz in der Gesundheitsförderung, Prävention und begleitenden Unterstützung bei psychischen Störungen bewährt. Seine breite Akzeptanz, einfache Integrierbarkeit in den Alltag und nachweislich positiven Effekte auf die psychische und körperliche Gesundheit machen Yoga zu einem vielversprechenden komplementären Ansatz in der psychologischen Beratung. Yoga hilft effektiv bei der Stressbewältigung, fördert Achtsamkeit und unterstützt die Emotionsregulation. Durch Atemübungen, Meditation und Körperhaltungen wird das Bewusstsein für den eigenen Körper gestärkt, was Heilungsprozesse unterstützen und das Wohlbefinden steigern kann.
Quellenangaben:
- Eifert, G. H. (2022). Akzeptanz-Commitment-Therapie (ACT) (2., überarb. Aufl.). Hogrefe.
- Mommert-Jauch, P. (2022). Embodiment im Stressmanagement. Springer.
- Saraswati, S.. (2023). Yoga Nidra (6. Aufl.). Ananda Verlag.
- Yoga-Vidya. (n.d.). Yin Yoga. Yoga-Vidya. https://wiki.yoga-vidya.de/Yin_Yoga